Keine Anzeigen für Angreifer in Insel: Stahlknecht zeigt Teilnehmer der Demonstration für Menschenrechte an

Offenbar ist der Dorffrieden in ein höheres Gut als die körperliche Unversehrtheit der beiden Ex-Sicherungsverwahrten. Nachdem Inselner Bürger zusammen mit einigen Neonazis vor einigen Tagen das Haus stürmen wollten, und nur durch die Polizei davon abgehalten werden konnten, wurden wohl keine Strafanzeigen gestellt, um die Situation vor Ort „nicht weiter eskalieren zu lassen“. Auch die volksverhetzenden Äußerungen, sowie die menschenrechtswidrigen Forderungen der Inselner Demonstranten bleiben ungestraft, obwohl gegen Bürgermeister Bismarck mittlerweile eine Anzeige wegen Volksverhetzung vorliegt. Er ist ein vehementer Unterstützer und eine treibende Kraft der Bürgerinitiative für den Wegzug der beiden Männer. Während der Landtag mit weiteren Demonstranten für Menschenrechte demonstrierte, lud von Bismarck die Inselner auf sein Anwesen im Nachbarort. Er rief ausdrücklich dazu auf sich nicht an der Kundgebung des Landtags und dem anschließend geplanten Dialog in der Kirche zu beteiligen. Stattdessen wollte er auf seinem Anwesen zur selben Zeit die nächste Bürgerdemo gegen die beiden Männer am nächsten Montag planen.


Einige Demonstranten hielten bei der Kundgebung für Menschenrechte ein Transparent, auf dem die Verharmlosung des „Volksmobs“ durch Politiker kritisiert wurde

Währenddessen zeigte Stahlknecht bei der heutigen Demonstration für Menschenrechte einige Mitdemonstranten an, die ihn auf einem Transparent abbildeten. Auf dem gezeigten Transparent wurde offenbar sein die Bürgerinitiative verharmlosendes Verhalten kritisiert. Dass selbst nach der gewalttätigen Eskalation – dem Sturm auf das Haus der Männer – von Strafanzeigen gegen die beteiligten Inselner abgesehen wird, zeigt deutlich, dass die Verharmlosung und Beschönigung der Bürgerinitiative, die die Demonstranten heute als einen Volksmob kritisierten, weitergeht. Das Verhalten und die menschenrechtswidrigen Forderungen werden auch weiterhin damit entschuldigt, dass die Dorfbewohner panische Angst hätten. Psychologen bescheinigten hingegen die Ungefährlichkeit der beiden 54 und 64 Jahre alten Männer, ihre Taten liegen Jahrzehnte zurück.


Stiller Protest: Die meisten Mitglieder der Bürgerinitiative planten zeitgleich zur Landtags-Kundgebung, im Nachbarort ihre nächste Demo gegen die beiden Männer

Angst haben müssen also vor allem die beiden Männer, die ein Haus am Rand von Insel bewohnen. Zu ihrem Schutz musste die Polizei mittlerweile Absperrungen aufbauen und ist permanent mit mehreren Einsatzwagen vor Ort um die Männer vor den Inselnern zu beschützen. Auch jenen Inselnern die sich gegen die Bürgerinitiative wenden, und unter Berufung auf die Menschenrechte für den Verbleib der beiden Männer aussprachen, wird bisweilen mit schwerer körperlicher Gewalt gedroht.


Das Haus der beiden Männer wurde von der Polizei mit Gittern abgesperrt

Das Beharren auf dem Bewahren des „Dorffriedens“ ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich klar zu den Menschenrechten bekennen, und dem „Volksmob“ nicht die Vorherrschaft über Insel überlassen wollen. Der auch heute wieder von den Landespolitikern beschworene Dialog mit der Bürgerinitiative, die sich längst nicht mehr auf demokratischen Boden befindet, ist in Wahrheit kein Dialog über eine einvernehmliche Lösung. Es ist ein Dialog um die Frage, ob die Menschenrechte auch in Insel gelten, oder ob sich denn nicht irgendein Weg finden lässt, die beiden Männer aus Insel rauszukriegen und den „Dorffrieden“ wiederherzustellen.


Landtags-Abgeordnete hielten ein Transparent, mit dem sie auf die Unantastbarkeit der Menschenwürde hinwiesen. Verständnis für die Bürgerinitiative, deren Forderungen seit jeher gegen die Grundrechte der beiden Ex-Sicherungsverwahrten verstoßen, haben viele trotzdem.

Links:
Altmark-Zeitung Stahlknecht reif für die Insel